Der Schweizer Sport hat ein Führungsproblem: Gewinnen Ja, entscheiden Nein.
Ditaji Kambundji sprintet zu WM-Gold, Camille Rast begeistert die Ski-Schweiz, Marlen Reusser fährt im Radsport von Sieg zu Sieg. Schweizer Athletinnen liefern historische Erfolge. Doch sobald es vom Spielfeld in die Führungsgremien geht, stehen Frauen im Abseits. Dort, wo Budgets verteilt und die Weichen für die Zukunft gestellt werden, bleiben die Männer meist unter sich. Um dieses Muster aufzubrechen, lancieren alliance F, sporti(f) und Swiss Olympic die nationale Kampagne #TakeTheSeat.
«Schweizer Athletinnen brillieren in Wettkämpfen, füllen Stadien und begeistern die Nation. Nur in einer Sport-Disziplin sind Frauen noch deutlich untervertreten: in den Führungsgremien. #TakeTheSeat will das ändern – für einen vielfältigen und erfolgreichen Schweizer Sport», sagt Kathrin Bertschy, Co-Präsidentin von alliance F.
Mit einer symbolischen Handgeste fordern namhafte Aushängeschilder wie Fussball-Nati-Captain Lia Wälti und Radstar Marlen Reusser, dass die Führungsetagen der Schweizer Sportvereine und -verbände vielfältiger werden.
Volle Rückendeckung kommt von ganz oben: Auch Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic, und Sandra Felix, Direktorin des Bundesamts für Sport BASPO, unterstützen die Kampagne. «Ich unterstütze die Kampagne, weil sie in die richtige Richtung zielt: Wir brauchen mehr Frauen dort, wo im Sport Entscheide fallen», sagt Sandra Felix.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Eine Analyse von 92 Schweizer Sportverbänden zeigt, dass Frauen in den Führungsgremien weiterhin deutlich untervertreten sind. Nur 29 Prozent der Vorstandsmitglieder sind Frauen. Lediglich 14 Prozent der Verbände werden von einer Frau präsidiert – und nur 10 Prozent der Sportverbände mit Geschäftsstelle werden von einem CEO geführt. Mehrere Verbände verfügen über keinen einzigen weiblichen Vorstand.
Lancierung an der Tour de Suisse
Die Kampagne wird am 20. Juni 2026 im Rahmen der Tour de Suisse in Aarburg lanciert. Die Wahl des Ortes ist bewusst: Die Tour de Suisse wird 2026 erstmals gleichwertig für Frauen und Männer durchgeführt und setzt damit ein starkes Zeichen für die Gleichstellung im Sport. Botschafterin Marlen Reusser: «Die Tour de Suisse wird 2026 erstmals gleichwertig für Frauen und Männer durchgeführt. Das ist ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig sitzen in den Vorständen von Vereinen und Verbänden noch immer viel zu wenige Frauen. Nur wenn alle Perspektiven am Tisch vertreten sind, kann der Sport sein volles Potenzial entfalten.»
Mehr als eine Sensibilisierungskampagne
#TakeTheSeat will nicht nur auf Missstände aufmerksam machen. Die Kampagne zeigt auch konkrete Wege auf, wie mehr Frauen Führungs- und Entscheidungspositionen im Sport übernehmen können.
Dazu gehören das Mentoring-Programm «Leadership has no gender», die Initiative «Road to Diversity» von Swiss Olympic sowie zahlreiche Good-Practice-Beispiele aus Schweizer Sportverbänden.
«Mit #TakeTheSeat setzen wir Frauen ein Zeichen. Wir nehmen den Platz im Sport, der uns zusteht. Wir bringen unsere Perspektive ein, wir tragen Verantwortung und unterstützen uns gegenseitig. Für einen vielfältigen und erfolgreichen Sport, der die Schweiz bewegt.» sagt Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic.
Auch Lia Wälti unterstützt die Kampagne: «Vorbilder sind wichtig – auf dem Spielfeld genauso wie in der Führung. Wenn mehr Frauen Verantwortung übernehmen und sichtbar werden, ermutigt das auch die nächste Generation, ihren Platz im Sport einzunehmen.»
Weitere Informationen:
www.taketheseat.ch