Nationales Kita-Gesetz tritt in Kraft – Familien erhalten zusätzliche Entlastung bei den Betreuungskosten
alliance F, Dachverband der Schweizerischen Frauenorganisationen, nimmt mit grosser Freude zur Kenntnis: Die Schweiz erhält ihr erstes nationales Kita-Gesetz! Morgen, Donnerstag, 3. Juli, läuft die Referendumsfrist gegen das neue Bundesgesetz über die Unterstützung der institutionellen familienergänzenden Kinderbetreuung (UKibeG) ab. Damit ist klar: Erwerbstätige Eltern erhalten eine zusätzliche Betreuungszulage von 100 Franken pro Monat bei einem Betreuungstag pro Woche – und bis zu maximal 500 Franken bei fünf Tagen. Das ist ein entscheidender Schritt hin zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Schweiz.
Ein längst überfälliger Schritt
Die Schweiz belegt seit Jahren den letzten Platz im OECD-Vergleich der Kita-Kosten: Eltern wenden heute durchschnittlich 34 % ihres Haushaltseinkommens für familienergänzende Betreuung auf – der europaweite Höchstwert. Mit den neuen Betreuungszulagen werden Familien nun erstmals schweizweit entlastet: Die Kosten sinken auf rund 27,4 % des Haushaltseinkommens. Für viele Familien ist das eine substanzielle Entlastung – und die Schweiz rückt damit im OECD-Vergleich immerhin vom letzten auf den zweitletzten Platz vor.
Umsetzung – Wie es jetzt weitergeht
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wird nun die Ausführungsverordnung zum Gesetz ausarbeiten. Nach der Vernehmlassung und der anschliessenden Verabschiedung der Verordnung durch den Bundesrat wird diese zusammen mit dem Gesetz voraussichtlich Anfang 2028 in Kraft treten. Daraufhin werden die Kantone ihre jeweiligen Familienzulagengesetze anpassen, sodass die Betreuungszulage zusätzlich zu den bereits bestehenden kantonalen Unterstützungen in der familienergänzenden Kinderbetreuung eingeführt wird. Die ersten Betreuungszulagen werden voraussichtlich Ende 2029 oder Anfang 2030 erfolgen.
Ein erster Schritt für bessere Vereinbarkeit – alliance F bleibt dran
Mit dem Kita-Gesetz wird eine tragende Säule der Vereinbarkeits-Infrastruktur gestärkt. Doch damit ist erst ein Anfang gemacht. Es bedarf weiterer Massnahmen, um die Kinder, Eltern und Familien hierzulande angemessen zu stützen. Die Schweiz investierte bislang lediglich 2,17 % des BIP für Kinder, Eltern und Familien – weniger als jedes andere OECD-Land. Dabei trägt die mittlere Generation eine Mehrfachbelastung: Sie finanziert die Sozialwerke, zieht die nächste Generation gross und betreut oft gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige. Mit dem neuen Kita-Gesetz entlasten wir Familien durch bessere Vereinbarkeit und stärken so die ganze Gesellschaft.
alliance F setzt sich deswegen auch weiter für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Wir fordern einerseits eine rasche Umsetzung der Individualbesteuerung und bauen andererseits mit der Familienzeit-Initiative ein neues Generationenwerk auf. Mit den genannten Massnahmen stärken wir die Erwerbsbeteiligung von Frauen, was auch dem Fachkräftemangel entgegenwirkt – im Sinne echter Gleichstellung.