Vernehmlassung: Neuordnung der ausserparlamentarischen Kommissionen im Rahmen der Überprüfung 2025
Wir danken Ihnen für die Gelegenheit zur Stellungnahme zur Neuordnung der ausserparlamentarischen Kommissionen.
Zusammenlegung der AHV/IV- und der BVG-Kommission
Frauen sind fast doppelt so häufig von Altersarmut betroffen wie Männer; der Gender Pension Gap ist in der Schweiz mit 31.3% erheblich. Die erste und zweite Säule der Altersvorsorge sind systemisch sehr unterschiedlich aufgebaut. Wer Expertise in der einen Säule mitbringt, hat diese nicht unbedingt auch in Bezug auf die andere Säule. Eine auf 17 Mitglieder reduzierte Kommission, die zugleich AHV-, IV- und BVG-Themen abdeckt, birgt das Risiko, dass die nötige Tiefe und Praxisnähe fehlen und so auch die systemischen Verbesserungen für die Frauen länger auf sich warten lassen. Wir sprechen uns aus diesen Gründen gegen eine Zusammenlegung der beiden Kommissionen aus.
Auflösung des Schweizerischen Wissenschaftsrats (SWR)
Der Wissenschaftsrat wird als Beratungs- und Evaluationsorgan geschätzt – unter anderem vom Gosteli-Archiv, welches die Zeitdokumente zur Geschichte der Frauen in der Schweiz bewahrt - und erbringt qualitativ hochstehende Leistungen zu bescheidenen Kosten. Er bringt eine unabhängige, systemische Sicht ein, die zur Kohärenz des gesamten BFI-Systems beiträgt. Seine Unabhängigkeit und interdisziplinäre Zusammensetzung gewährleisten eine Glaubwürdigkeit, die für die Legitimation von Förderentscheiden zentral ist. Die Auflösung des
SWR würde die institutionelle Balance im Schweizer Wissenschaftssystem schwächen und insbesondere für Einrichtungen mit gemeinsamer Trägerschaft von Bund und Kantonen zu einem Verlust an Orientierung, Vergleichbarkeit und Kohärenz führen. Wir sprechen uns aus diesen Gründen gegen eine Auflösung des Schweizerischen Wissenschaftsrats aus.